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Aber-Glaube – glauben ohne Wenn und Aber

Ist Aberglaube auch einfach nur ein Glaube? Was ist der Unterschied zwischen Glauben und Aberglauben? Horoskope, Sternzeichen, Kartenlesen und Bleigießen haben in unserem auch wenn wir uns nicht als abergläubig bezeichnen sicher einen Platz. Wir glauben daran und lesen sicher unser Horoskop in der Fernesehzeitung.

Glaube, auch wenn es Aberglaube ist, ist Teil der menschlichen Natur. Sind wir deshalb verrückt? Mit Sicherheit nicht, wir suchen nach Halt und Anhaltspunkten, weil wir unsicher sind. Es ist auch nicht leicht, die Wirtschaft, die Bildung, Deutschland, Europa… alle sind in der Krise. Die Krise beherrscht uns, in dieser Situation möchten wir glauben, dass es etwas gibt, das uns lenkt.

Wir nähern uns dem Jahresende und damit häufen sich die Jahresrückblicke, eine verlässliche Vorschau gibt es jedoch nicht. Wir vergessen, dass wir seit der Aufklärung rational denken und nicht mehr glauben. Schließlich folgen wir dem gesunden Menschenverstand und wissenschaftlich belegten Erkenntnissen. Alles andere ist Hokuspokus.

Und doch haben gerade jetzt Horoskope Hochkonjunktur. Jeder möchte wissen, was kommt. Ich möchte auch meine Zukunft kennen, lese mein Jahreshoroskop, wünsche mir bei Sternschnuppen etwas, versuche nicht mit dem linken Fuß zuerst aufzustehen und falls mir jemand die Karten legt, bitte gern.

Einerseits ist es ein harmloses Orakel-Spiel, das eine lange Tradition hat. Wer kennt das Orakel von Delphi nicht? Andererseits kann es auch gefährlich werden, wenn wir es zu ernst nehmen, blind vertrauen und nichts anderes mehr gelten lassen. Gerade in Zeiten der Krise ist eine Zunahme an Aberglauben zu verzeichnen. Solange wir offen für Neues, andere Denkweisen und Meinungen bleiben, sind wir nicht in Gefahr.

Ich bin oft einfach unentschieden, weiß nicht, wie ich in der scheinbar immer unübersichtlicheren Welt eine Entscheidung treffen kann. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, da ist ein Anhaltspunkt immer willkommen. Natürlich weiß ich, dass es meine Verantwortung ist die Entscheidung zu treffen und dass ein bisschen Risiko immer dabei ist.

Aber vielleicht, wer kann das schon genau sagen, gibt es doch Kräfte, die wir noch nicht mit unseren Wissenschaften fassen können. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ und aus diesem Grund toleriere und respektiere ich das, was mir fremd ist. Diese Freiheit nehme ich mir.

Ein bisschen Zauber oder Geheimnisse in der Welt schaden nicht, sie machen das Leben lebenswert und wenn es dazu führt etwas zu glauben, was außerhalb unseres Verstandes liegt, ist das doch wunderbar. Aberglaube ist der Glaube an nicht anerkannte Methoden und Dinge, die meist in der Vergangenheit von der Kirche als ‚Aberglaube’ stigmatisiert wurden.

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