Die Zukunft in der Hand – Die Kunst des Handlesens
Beim Begriff Handlesen denken viele direkt an die alte, geheimnisvolle Zigeunerin, die mit ihrem Wohnwagen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zieht und leichtgläubigen Menschen die wahnwitzigsten Geschichten und Prophezeiungen aus der Handfläche liest; natürlich gegen unglaubliche Preise.
Natürlich gibt es auch diese Art von Wahrsagern und Wahrsagerinnen, die sich – wenn nicht der alles sehenden Kristallkugel – der Kunst des Handlesens bedienen. Sicherlich nicht immer mit rechten Dingen. Doch die Kunst des Handlesens ist weitaus mehr, als Humbuck, der auf reinen Sagen und Legenden basiert.
Die Handlesekunst – in Fachkreisen und früher auch Chirologie oder Chiromantie genannt – reicht in ihrer Geschichte bis in die Antike zurück. Denn damals versuchten Gelehrte, unter anderem aus Indien und auch Ägypten, an den Linien in der Handfläche eines Menschen auf sein Schicksal, aber auch auf seine körperliche Verfassung zu erkennen.
Die Hände spielen für unseren Körper eine besondere Rolle. Denn neben dem Gesicht sind die Hände der individuellste Teil des menschlichen Körpers. Keine Hand, kein Fingerabdruck und auch kein Handabdruck sind wie der andere. Mit dem richtigen Wissen lassen sich in der Handfläche eines Menschen tatsächlich verschiedenste Hinweise erahnen: Etwa Charaktereigenschaften oder zum Teil auch zukünftige und vergangene, persönliche Ereignisse.
Doch nicht nur aus den Linien in der Handinnenfläche lassen sich persönliche Eigenschaften ableiten: Auch aus der Handform, der Fingerlänge, der Beschaffenheit der Knöchel ect. Somit war die Kunst des Handlesens in ihren Beginnen keinesfalls als Schabernack verschrien, sondern war überall hoch angesehen.

Bei der Chirologie und Chiromantie gilt es übrigens zu unterscheiden. Bei der wohl bekannteren Version des Handlesens, der Chiromantie, werden die Handlinien nach den Lehren der Kunst ausgewertet. Somit lassen sich aus ihnen geschehene oder aber bevorstehende einschneidende Ereignisse im Leben der gegenüber sitzenden Person auswerten.
Als etwas seriösere Variante der Handlesekunst gilt – im Auge der Wissenschaft und mit der Moderne auch in den Augen vieler – die Chirologie: Bei dieser leitet man den Charakter und besondere –Züge eines Menschen von seinen Händen ab.
Im 18. Jahrhundert versuchte man sich erstmalig daran, der Chiromantie und Chirologie einen wissenschaftlichen Ansatz und Aspekt abzugewinnen. Zwar wurde von Zukunftsprognosen abgesehen und eher der Versuch gestartet, den gesundheitlichen Zustand der „getesteten“ Personen zu erlesen. Versuche die zum Teil sogar Früchte trugen.
Dennoch wurde die Kunst des Handlesens mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend als Attraktion auf Jahrmärkte verdrängt. Heute gilt die Kunst des Handlesens für viele als reiner Aberglaube – gleichzusetzen mit dem Glaube an Magie und Zauberei. Auch wenn viele sie auch heute noch seriös betreiben: Oder auch in Anspruch nehmen.
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