Räucherkerzen und Rächerstäbchen
Rächerwerk, seien es Räucherkerzen oder auch Räucherstäbchen finden in Ritualen Anwendung. Die Tradition des Abbrennens von Räucherkerzen oder Räucherstäbchen ist in vielen Religionen verbreitet. Im Folgenden möchte ich kurz auf deren Unterschiede eingehen. Dazu werde ich in Deutschland beginnen, um dann weiter Richtung Asien zu wandern.
In der Adventzeit verteilen wir in unserem Umfeld Räuchermännchen und weihnachtliche Dekoration. Räucherkerzchen brennen die Menschen in der westlichen Welt hauptsächlich in der Vorweihnachtszeit ab, um im häuslichen Umfeld verschiedene Düfte zu verbreiten.
Räucherkerzen, wie wir sie zu Weihnachten benutzen, gehen auf die Verwendung von Weihrauch in der katholischen Liturgie zurück. Räuchermännchen selbst kommen aus dem Erzgebirge, dort werden sie seit dem 19. Jahrhundert geschnitzt. Die Räucherkerzen werden seit etwa 1750 in Crottendorf hergestellt.
Woraus bestehen die Räucherkerzchen? Hauptbestandteile sind das Harz des Weihrauchbaums, Holzkohle, Kartoffelmehl, Sandelholz und Rotbuchenmehl. Diese Substanzen werden zermahlen und feucht zu kleinen Kegelchen geformt. Im Anschluss werden sie getrocknet und dann können sie ihrer Bestimmung gemäß im Räuchermännchen abgebrannt werden.
Die Vielfalt an Duftstoffen hat sich im Laufe der Jahre vergrößert. Neben traditionellen Weihnachtsdüften, wie zum Beispiel, Weihrauch, Tanne, Honig und Zimt werden nun auch für die anderen Jahreszeiten Blumendüfte oder Düfte, die Insekten vertreiben sollen, angeboten.
Während wir traditionell zu Weihnachten ‚Räuchern’, finden Räucherstäbchen in Asien, im Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus und Daoismus bei Zeremonien und Meditation Anwendung. Dem Rauch wird eine reinigende Wirkung zugesprochen.
Räucherstäbchen werden bevorzugt, weil sie gegenüber dem Räuchern von losem Räucherwerk auf Holzkohle oder einem Sieb leichter zu handhaben und auch sparsamer im Verbrauch sind. Was aber wirklich von Vorteil ist, dass Duftkompositionen leichter herstellbar sind.
Jetzt möchte ich einige Beispiele für den Einsatz von Räucherstäbchen in Asien geben, um Unterschiede und Varianten darzulegen.
In Indien werden Räucherstäbchen unter anderem in der ayurvedischen Medizin eingesetzt, der Rauch wird individuell zusammengestellt und soll die drei Doshas ins Gleichgewicht bringen. Auch in China benutzt man Räucherstäbchen, hier werden sie im Feng Shui eingesetzt, um das Raumklima zu verbessern.
In Japan werden Räucherstäbchen besonders aufwändig hergestellt, sie enthalten bis zu 20 Substanzen und müssen zum Teil mehrere Jahre vor ihrer Benutzung reifen. Es ist bekannt, dass in Tibet Räucherstäbchen schon seit dem 7. Jahrhundert hergestellt werden. Sie sind besonders für ihre hohe Qualität bekannt.
In Vietnam werden ebenfalls Räucherstäbchen benutzt, sie dienen dort der Ahnenverehrung. Man sieht sie nicht nur in Häusern und deren Ahnenschrein, sondern auch an Bordsteinkanten, Blumenbeeten und anderen für uns unerwarteten Stellen.
Räucherstäbchen und Räucherkerzen bieten uns die Möglichkeit bewusst eine Tätigkeit zu begehen, manche Düfte beeinflussen uns, aber wichtiger ist, was wir daraus machen.








