Traumfänger und erholsamer Schlaf
Traumfänger kommen ursprünglich aus Nordamerika. Sie waren kulturelle Objekte der Indianer. Es ranken sich Legenden um den Ursprung der Traumfänger, drei können indianischen Stämmen zugeordnet werden, nämlich den Azteken, den Lakota und den Anishinaben.
Die Legende der Azteken besagt, dass sobald die Menschen schlafen, Geister und Energien die Herrschaft übernehmen, einige werden zu guten oder aber zu schlechten Träumen. Schlechte Träume, so heißt es, bringen Krankheiten oder sind Zeichen für bösen Zauber. Weiter heißt es, dass die Alten erzählt haben, wie böse Träume ferngehalten werden können und wie der Traumfänger entstand:
„Es war eine alte Ahnfrau, die sehr unglücklich war, da sie ein Kind hatte, das jede Nacht mit den Kojoten weinte, weil der Schlaf böse Träume und böse Geschichten schickte. Die Ahnfrau wusste keine Hilfe und bat deshalb die Spinnenfrau um Rat. Die Spinnenfrau war viel älter als die Ahnfrau und von großer Weisheit. Erst bog sie aus Weiden-Holz einen Ring, der die Größe eines Kindskopfes hatte, dann verwandelte sie sich in eine Spinne und spann Fäden in den Ring und zum Schluss flocht sie Gegenstände von großer magischer Kraft in das Netz. Dann forderte sie die Ahnfrau auf den Traumfänger über der Wiege des Kindes aufzuhängen. Sie sagte, dass so kein böser Traum mehr über ihr Kind und keine schlechten Energien mehr in das Tipi kommen werde. Der Traumfänger werde alle schlechten Energien fangen und sammeln und am Morgen werden sie mit der Naht verschwinden. Die Spinnenfrau empfahl der Ahnfrau, diesen Traumfänger nachzubauen, damit das ganze Dorf und die Gemeinde vor Bösem geschützt werde.“
Diese Legende begründete die Tradition des Traumfängerbauens. Noch heute bestehen Traumfänger aus einem hölzernen Rahmen, der aus Weidenholz gebogen wird, in den ein Geflecht aus Darmschnur oder Sehnenfaden eingearbeitet ist. Leder, Perlen, Muscheln, Steine, Federn, Pferdehaar, Bärenzähne und alle erdenklichen anderen Materialien können eingearbeitet sein. Bei den Azteken wurde Federn besondere Kräfte zugeschrieben.
Der Traumfänger hängt nach wie vor über dem Schlafplatz oder man trägt einen kleineren auf dem Kopf. Im Aztekischen heißt Traumfänger Titlahtin, was soviel heißt wie, „das, was mich beruhigt.“ Der Traumfänger soll den Schlaf verbessern, böse Träume bleiben im Netz hängen und nur die guten kommen durch. Am Morgen werden die im Netz hängenden bösen Träume von der Sonne neutralisiert. Das Böse scheut das Tageslicht und die Sonne.
Es ist ein schöner Gedanke, dass wir im Schlaf beschützt werden und das beruhigt mit Sicherheit. Je nach Legende variiert die Anwendung wie auch deren Interpretation. Aber eins bleibt – der Schutz vor Bösem.







