Bratapfel eine Erinnerung der Sinne
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, er orientiert sich an dem, was er kennt. Dabei benutzt er alle seine Sinne, das heißt, seine Augen zum sehen, seine Ohren zum Hören, seine Finger zum Tasten, seinen Mund zum Schmecken und die Nase zum Riechen.
Düfte werden von unserer Nase wahrgenommen und dann mit bekannten Gerüchen verglichen. Wir besitzen einen großen Speicher voll von Erinnerung an Gerüche und Düfte und können auf sie bei Bedarf zurückgreifen. Sie wirken auf unsere emotionales Verhalten wie auch auf unsere soziale Interaktion.
Ein Weihnachtsduft, der mir aus meiner Kinderzeit noch immer in der Nase ist, ist der Duft von Bratäpfeln. Meine Großmutter hat uns Kindern immer Bratäpfel gemacht. Ich liebe Äpfel und deren Geruch. Sie verströmen roh einen lieblich fruchtigen Duft, als kandierte Früchte riechen sie sehr süß und als Bratapfel mischt sich ihr Geruch mit den Düften von Weihnachten und Winter. Diesen Duft gibt es jetzt auch als Parfum, Duftöl und Duftkerze.
Was sind Bratäpfel und woraus bestehen sie? Um zunächst kurz zu definieren, was Bratäpfel sind, sie sind eine Süßspeise aus Äpfeln, die im Ofen gebacken wird. Traditionell werden Bratäpfel im Winter und zur Weihnachtszeit gemacht.
Man benutzt säuerliche, lagerfähige Apfelsorten wie Boskop zum Beispiel. Es gibt eine große Vielfalt an Rezepten und Variationen, die ich hier nicht darlegen kann. Meistens wird das Kerngehäuse des Apfels entfernt und durch eine Füllung ersetzt.
So wird das Loch zum Beispiel mit Nüssen, getrockneten Früchten, Konfitüre und Gewürzen wie Zimt, Nelken, Kardamom, Vanille und Honig gefüllt, es gibt aber auch Füllungen mit Schokolade und Likören. Diese Zutaten und Gewürze entwickeln zusammen mit dem backenden Apfel den so typischen Duft nach Bratapfel. Bratäpfel werden oft mit Vanilleeis, Vanillesauce oder Sahne gegessen.
Hier ein einfaches Rezept, das bei jeder Weihnachtsfeier gut ankommt: Man stelle den Backofen auf 180 °C, man nehme pro Person einen großen sauren Apfel, man entferne das Kerngehäuse, stelle die Äpfel in eine feuerfeste Auflaufform, fülle ein Gemisch aus gehackten Walnüsse, Rosinen, etwas Orangenschale, etwas Orangensaft, Likör in die Bratäpfel. Je nach Geschmack kann man den Likör weglassen und Gewürze zu den Bratäpfeln hinzufügen. Dann stelle man die Äpfel in den Backofen und brate sie etwa 30 bis 40 Minuten, bis die Äpfel weich sind und die Schale aufplatzt.
Momentan riecht es häufiger nach Bratapfel und für meine Wohnung und meine Duftlampe habe ich mir eine Bratapfelöl gegönnt. Damit kann ich mich immer an Weihnachten, meine Großmutter und meine Kindheit erinnern.








