Das Parfüm von Patrick Süskind
Woran denkt man wenn man von Parfüm redet? Natürlich, man denkt an verschiedenste Duftwasser. Aber es gibt mehr als nur den Duftstoff, den man auf die Haut und die Kleidung aufträgt, um besser zu riechen. Heute möchte ich kurz auf den Roman von Patrick Süskind eingehen. Der Titel ist: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders (1985). Der Roman ist deshalb von Interesse, weil er sich mit Duft und Düften als einem Grundbedürfnis nach emotionaler Identität auseinandersetzt. Kurz Düfte haben eine emotionale Bedeutung, die mittels Parfums nachgeahmt werden sollen.
Der Held des Romans, Jean-Baptiste Grenouille (Frosch) wächst ohne Eigengeruch, aber mit einem außergewöhnlichen Geruchssinn auf. Er kreiert das „Parfum der Welt“, um sich selbst in die Welt zu integrieren. Er scheitert, da der Duft eine Maske bleibt. Er ist allein und ohne Identität und bleibt es bis in den Tod.
Dieser Erfolgsroman ist viergeteilt. Erstens seine Kindheit und Jugend. Er ist ein Waise, seine Mutter wurde wegen versuchtem Kindsmord zum Tode verurteilt. Schon als Kind kann er jegliche Düfte aufnehmen und erinnern; aber er riecht nicht, er wirkt unheimlich und erfährt Ablehnung. Nur eine Erzieherin behält ihn, sie kann weder riechen noch lieben. Später kommt er zu einem Gerber und dann zu einem Parfumeur. Er lernt den Umgang mit Düften. Zweitens, seine Gesellenzeit beginnt und er begibt sich in die Provence. Auf dem Weg erkennt er, seine Geruchlosigkeit und die Macht von Geruch. Dann beginnen als dritter Teil die Mädchenmorde. Grenouille tötet die Mädchen, um aus ihrem Eigengeruch den „Duft der Welt“ zu komponieren. Zum Schluss, wird er gefangen, vor Gericht gestellt, gesteht und wird zum Tode verurteilt. Als er zum Schafott gebracht wird lieben ihn alle, weil das Parfüm aus den getöteten Frauen ihm einen göttlichen Geruch verleiht. Eine Sexorgie führt zu seiner Begnadigung. Doch glücklich wird Grenouille nicht, denn nicht er wird geliebt, sondern sein Parfum. Er kehrt an den Ort seiner Geburt zurück und lässt sich in Stücke reißen.
Das Parfum hatte nicht nur in Deutschland oder Europa großen Erfolg, es wurde in 46 Sprachen übersetzt und über 15 Millionen Mal verkauft. Es wurden Hörbücher und ein Film nach dem Buch mit ähnlich großem Erfolg erstellt.
Der Erfolg liegt vermutlich daran, dass Grenouille ist anders, weil er nicht riecht. Andersartigkeit fasziniert und stößt gleichzeitig ab, es ist ein Fluch und ein Segen zugleich. Das ist das Dilemma des Helden. Es gibt in dem Roman viele Anspielungen, die ähnliche Gestalten in der Literatur reflektieren, wie zum Beispiel den Fall Kaspar Hauser. Aber Düfte ändern die Wahrnehmung, sie helfen uns etwas darzustellen, was wir nicht sind oder aber unsere Identität zu betonen.







