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Parfum imitiert unsere Erfahrungen

Riechen ist einer der wichtigsten Sinne des Menschen. Der Geruchssinn trägt entscheiden dazu bei, ob wir uns als Menschen in unserer Umgebung, einer bestimmten Situation oder in Gegenwart anderer Menschen wohl fühlen oder nicht. Der Mensch riecht als Gruppe. Falls Sie jetzt sagen, dass Sie das nicht so sehen, noch nie so empfunden haben, dann stimme ich Ihnen gerne zu.

Meist sind Gerüche Eindrücke, die wir unbewusst wahrnehmen. Versuchen Sie mal bewusst auf die Sie umgebenden Gerüche zu achten. Parfum ist mehr als das Duftwasser, das wir auf unsere Haut und Kleidung auftragen. Es gibt zahlreiche natürliche und künstliche Raumdüfte wie auch natürliche Eigengerüche, die uns und unserer Umgebung einen besonderen Geruch verleihen.

Je nach Situation bevorzugen wir einen anderen Geruch, am offensichtlichsten wird das zum Beispiel, wenn wir die vier Jahreszeiten betrachten. Weihnachten ist nur ein bekanntes Beispiel, jeder wird Tannen-, Zimt- und Kerzenduft, wie auch viele weitere Gerüche eindeutig dieser Zeit um Weihnachte zuordnen. Es ist also etwas an der Theorie, dass Gerüche unseren Alltag beeinflussen.

Im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter werden verschiedene Parfums oder Düfte bevorzugt. Zurzeit ist noch Herbst, aber wir nähern uns unaufhaltsam dem Winter und so nähert sich auch unser bevorzugter Geruch dem Winter. Wir suchen nach Harmonie. Es gibt über 3000 natürliche, naturidentische und künstliche Duftstoffe, die der Parfumeur zur Kreation seiner Parfums benutzt.

Der Parfumeur benutzt etwa 30 bis 80 verschiedene Stoffe für die Komposition eines Parfums. Der Grundbestandteil eines jeden Parfums ist mit 80 % Alkohol das mit destilliertem Wasser, in dem sich gelöste natürliche Essenzen befinden, also ätherische Öle aus pflanzlicher oder tierischer Herkunft, und synthetisch hergestellte Riechstoffe gemischt. Viele der heute verwendeten Riech- bzw. Duftstoffe werden synthetisch und vor allem in großen Mengen hergestellt.

Entscheidend ist bei natürlichen wie synthetischen Duftstoffen unsere Erinnerung, denn sie sind unserer Geruchserfahrung nachempfunden. Aus den Erinnerungen bildet sich eine Erwartung, die der Parfumeur erfüllen muss. So erinnern die Duftbausteine an Blüten, Früchte, Gewürze, Rinde, Harze, Blätter, Gräser, Moose, Beeren, Wurzeln, tierische Sekrete und einiges mehr. Auch wenn sie jetzt sagen, das kann nicht sein, so ist es doch die Imitation des Bekannten, was der Parfumeur betreibt, um Ihren Geschmack zu treffen.

Das sagt aber noch nichts über den Erfolg der Duftkreation bzw. des Parfums aus. Parfum hat Erfolg und wird angenommen, wenn es eine Harmonie zwischen Person, Situation wie Jahreszeit und Kopfnote, Herznote wie Basisnote wieder spiegelt. Ein guter Parfumeur trifft nicht nur den persönlichen Geschmack, sondern kreiert ein Dufterlebnis, das viele verschiedene Menschen miteinander teilen. Der Mensch lebt in Gruppen und nicht für sich allein.

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