Parfumeur oder Musiker
Es ist nicht ungewöhnlich, dass verschiedene Tätigkeiten in Ermangelung einer eigenen Bezeichnung umschrieben werden. Der Parfumeur stellt Parfum her, aber einige Arbeitsschritte sind nicht klar definiert und so wird in Anlehnung an die Musik und die schönen Künste eine eigene Metaphorik kreiert.
Das hört sich dann wie folgt an: Der Parfumeur zieht die Register seiner Duftorgel, setzt duftige Akkorde, lässt hier und dort aromatische Töne anklingen oder setzt einen würzigen Akzent bis die Duftstoffe ein harmonisches Bild bzw. Parfum ergeben. Musik, Bildhauerei, Malerei, und Sprache sind Künste, welche die Sinne ansprechen, so auch das Parfum. Es richtet sich an die Sinne.
Der Parfumeur benutzt also eine eigene Sprache, um seine Arbeit zu benennen. Die Parfumerie ist seit jeher darum bemüht allgemeingültige Klassifizierungen vorzunehmen, damit ein Vergleich zwischen den verschiedenen Parfums möglich wird. Dabei ist es nicht nötig, dass bestimmte Noten zweifelsfrei zugeordnet werden können.
Es gibt neun verschiedene Duftfamilien. Wenn man die verschiedenen Düfte diesen Duftfamilien zuordnen kann, hat man schon einen großen Schritt Richtung Systematik bewältigt. Es wird zwischen Zitrusnoten, blumigen Noten, Fougere-Note, Chypre-Noten, holzigen Noten, orientalischen Noten, Ledernoten, Gourmand-Noten und tropischen Noten unterschieden.
Zu den Büten gehören beispielsweise Pelargonien, Hyazinthe, Jasmin, Lavendel, Maiglöckchen, Mimose, Neroli, Rose und Veilchen.
Zu den Früchten gehören Bergamotte, Grapefruit, Limette, Orange, Zitrone, Pfirsich, grüner Apfel, Brombeere, Himbeere, Pflaume und Kokos.
Zu den Gewürzen gehören vornehmlich Ingwer, Anis, Kardamom, Muskatnuss, Koriander, Nelken, Piment, Zimtrindenöl, Vanille und Rosmarin.
Zu den Rinden und Harzen gehören Benzoe Siam, Myrrhe, Rosenholz, Sandelholz, Styrax, Zedernholz und Wachholder.
Zu den Blättern, Gräsern, Moosen, Beeren und Wurzeln gehören Citronella, Baum- und Eichenmoos, Iriswurzel, Lorbeer, Patschuli, Tabakblätter, Veilchenblätter, Wacholderbeeren und Zypresse.
Zu den tierischen Sekreten gehören Amber, Castoreum und Moschus. Diese werden heute fast ausschließlich durch synthetische Ersatzstoffe ersetzt.
Zu den Gourmand-Noten gehören Schokolade, Karamell, Zucker, Honig, süße Milch und Mandel.
Zu den synthetischen Duftstoffen kann hier keine ausführliche Liste geliefert werden, da sie zu umfangreich wäre. Deshalb beschränke ich mich auf wenige Beispiele: Aldehyde, Cumarin, Heliotropin, Vanilllin, Moschus, Keton, Linalool und Hexylacetate.
Es existieren noch verschiedene andere Unterteilungen, die alle ihre Berechtigung haben. So zum Beispiel Unterteilungen, die Gewürze und Kräuter einzeln aufführen, die aldehydische Parfums gesondert benennen oder farbliche Zuordnungen vornehmen. Die Societé francaise des parfumeurs wurde 1990 von Jean Kerléo gegründet und ist nun eine wichtige und vor allem seriöse Quelle, die viele Informationen rund ums Thema Parfum bietet.
Der Parfumeur kennt sie alle und spielt mit ihnen auf seiner Duftorgel, sodass wir immer ein schönes neues Parfum für einen ganz besonderen Moment haben.







