Riechen ist olfaktorische Wahrnehmung
Die olfaktorische Wahrnehmung ist eine Umschreibung des Geruchssinnes. Im Jahr 2004 haben die Wissenschaftler Richard Axel und Linda B. Buck den Nobelpreis für Medizin, für die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen Systems, erhalten. Wie wir riechen soll im Folgenden erläutert werden, damit wir die Wirkung von Gerüchen besser verstehen können.
Der Geruchssinn ist ein komplexer Sinn. Klar wir riechen mit der Nase, dort befinden sich die Geruchsrezeptoren. Er setzt sich aus zwei sensorischen Systemen, nämlich das olfaktorische und das nasal-trigemminale System zusammen. Anders ausgedrückt, der Geruchssinn und der Geschmack interagieren.
Einen voll ausgebildeten Geruchssinn hat der Mensch schon bei der Geburt und er erneuert sich alle 60 Tage. Die Nasenschleimhäute spielen beim Riechen eine wichtige Rolle, denn in der Riechschleimhaut lagern sich Geruchsmoleküle ab, die dann als Informationen weiter an das Gehirn geleitet werden, von wo aus sie zum Hippocampus geschickt werden, wo sie als Information im Gedächtnis gespeichert werden. Wir lernen also zu riechen.
Doch wie kommt es dann, dass wir mit Gerüchen Emotionen empfinden oder verbinden? Riechen ist eine auf der Basis von Erinnerungen und hedonischen Urteilen beruhende Empfindung. Die Empfindung kann ungenau oder spezifisch sein. Um einen Geruch wahrnehmen zu können, muss dieser flüchtig, das heißt, gasförmig sein.
Um möglichst viel riechende oder duftende Luft wahrzunehmen, kann man bewusst riechen oder schnüffeln, das heißt, Luft in kurzen Stößen durch die Nase einatmen. Die von den Riechnerven wahrgenommenen Informationen werden dann mit bekannten Gerüchen verglichen.
Während der ersten zehn Jahre wird das Riechen, genauer gesagt, die hedonische Bewertung von Gerüchen, erlernt. Man muss sich das so vorstellen, als ob ein Code erlernt wird. Die Zusammenhänge von chemisch-physikalischen Charakteristika und der Riechempfindung sind allerdings noch nicht abschließend erforscht. Die meisten riechenden Stoffe basieren auf einer Kohlenstoffverbindung.
Der Mensch kann etwa 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden. Training hilft, aber meistens spielen Erfahrungen und Assoziationen eine große Rolle bei der Geruchserkennung. Manche Gerüche, besonders unangenehme, dienen als Schutzreflexe, sie können zum Beispiel den Würgereflex auslösen. Das kann bei verdorbenen Lebensmitteln vor Vergiftungen schützen.
Es gibt auch Gerüche, die wir unbewusst wahrnehmen und auf die wir scheinbar irrational reagieren. Pheromone sind ein Beispiel, für derartige Duftstoffe, die fortpflanzungsbezogene physiologische Vorgänge und das zwischenmenschliche Verhalten beeinflussen.
Die Leistung des menschlichen Geruchssinns wird in Schwellen angegeben. Es gibt die Wahrnehmungsschwelle, die Absolutschwelle, und die Erkennungsschwelle. Viele meiner Freundinnen haben mir bestätigt, dass sie in verschiedenen Stimmungen unterschiedliche Parfums auftragen, um ihre Stimmung zu beeinflussen.








