Depressionen eine Volkskrankheit
In den Medien wird immer wieder von Depressionen als neuer Volkskrankheit berichtet. Und tatsächlich kommt die Krankheit wesentlich häufiger vor, als viele glauben. Es ist aber ein Unterschied an Depressionen erkrankt zu sein oder an einer emotionalen Verstimmung zu leiden.
Jeder hat emotionale Verstimmungen oder Tage, an denen er sich niedergeschlagen fühlt. Und oft sagen wir dann über uns selbst, dass wir ‚depri’ drauf sind. Das ist nicht weiter schlimm, das wissen wir auch.
Doch Depressionen sind etwas anderes. Bei einer Depression dauert die gedrückte Stimmung über einen längeren Zeitraum bis hin zu mehreren Wochen an. Zudem leiden viele Betroffene weniger unter dem Gefühl der Traurigkeit, als vielmehr unter einer quälenden emotionalen Leere. Außerdem kommen weitere Symptome, wie zum Beispiel, Hilflosigkeit, Ängste, Schuldgefühle, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen hinzu.
Allgemein lässt sich eine Einschränkung des Antriebs feststellen, depressive Menschen ziehen sich zurück, vermeiden Anstrengungen oder Konflikte und blicken der Zukunft meist pessimistisch entgegen. Eine Depression kann auch von körperlichen Beschwerden begleitet werden wie Schwindelgefühl, Kopfschmerzen oder einem Kloßgefühl in der Halsgegend.
Die Erkrankung kann auch ohne Schicksalsschlag ausbrechen. Häufig ist die Krankheit für Betroffene wie Angehörige unerklärlich. Im Allgemeinen ist die Stimmungslage bei Depressiven unabhängig von äußeren Einflüssen. Das erklärt, weshalb die Stimmung nur schwer aufgehellt werden kann, und dass das Interesse an vielen Dingen, die der Depressive früher mochte, schwindet. Das schwerwiegendste Problem ist, dass es im Verlauf einer Depression oft nicht nur zu Veränderungen des Fühlens und Denkens, sondern auch des Verhaltens kommt.
In Deutschland sind nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums derzeit etwa 4 Millionen Menschen von Depressionen betroffen, das entspricht 5 Prozent der Bevölkerung. Im Laufe des gesamten Lebens erkranken sogar 16 bis 20 Prozent. Aber das zeigt, dass es Heilungsmöglichkeiten gibt.
Wie eine Depression entsteht, ist noch nicht geklärt. Meist kommen mehrere innere und äußere Faktoren zusammen. Neben genetischer Veranlagung spielen auch psychosoziale Faktoren, wie ständige Überforderung im Berufsleben, Beziehungsprobleme und Schicksalsschläge eine Rolle. Bei einigen Menschen ist der Stoffwechsel des Gehirns gestört, sodass Botenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten und der Informationsaustausch der Nervenzellen nicht funktioniert. Das kann sich auf Gedanken und Gefühle niederschlagen.
Die Behandlung einer Depression erfolgt daher meist zweigleisig: Zum einen werden Betroffene eventuell medikamentös behandelt. Die Medikamente, sogenannten Antidepressiva, regulieren den Hirnstoffwechsel. Zum anderen können Patienten von einer Psychotherapie profitieren.
Ganz wichtig ist es, die Erkrankung ernst zu nehmen! Generell lassen sich Depressionen gut behandeln. Also, keine falsche Scheu.









